Diese Gefühle...

18Sept2017

Heute kommt mal ein etwas anderer Blogeintrag: Ich bin leider immer noch krank, meine Mandelentzuendung hat sich als Epstein- Barr Virus entpuppt und das bedeutet fuer mich, dass ich in den naechsten Wochen erstmal auf Sport und alle koerperlich anstrengenden Aktivitaeten verzichten muss. Das war fuer mich ein ganz schoener Rueckschlag, weil ich ja gerade erst mit der Schule und Cross Country angefangen hatte. Jetzt sitze ich also hier, war seit fast zwei Wochen nicht mehr in der Schule und dachte mir, ich koennte die Gelegenheit nutzen, um einfach mal mein Herz auszuschuetten und alles, was mich in den letzten Wochen beschaeftigt hat, aufschreiben. Dass das jetzt nicht gerade positiv ist, tut mir leid, ich hoffe aber, es hilft mir selbst ein bisschen und zeigt vielleicht auch mal die nicht so schönen Seiten eines Auslandsjahres. Wobei ich damit nicht die tollen Erlebnisse der vergangenen sieben Wochen und der Zukunft in den Schatten stellen möchte...

Um mal von ganz vorne anzufangen : Ich wollte ja eigentlich schon fast immer mal in den USA leben und hier auch zur Schule gehen und habe mich das erste Mal auf ein Stipendium beworben, als ich in der achten Klasse war. Im Nachhinein bin ich froh, dass ich damals keins bekommen habe, ich waere keinesfalls bereit dazu gewesen.

Als meine Mama dann letztes  Jahr einen Flyer ueber das PPP- Stipendium mit nach Hause brachte, dachte ich mir nicht wirklich viel dabei und bewarb mich einfach mal, eigentlich aber schon darauf eingestellt, dass das keine weiteren Auswirkungen haben wuerde. Ich glaube das erste Mal etwas intensiver über die Bedeutung eines Lebens woanders nachgedacht habe ich tatsächlich erst, als ich ein dreiviertel Jahr später  (nach mehreren Runden Auswahlverfahren) den Brief mit der Zusage in der Hand hielt. Die Nachricht, dass ich angenommen worden war, haute mich vom Hocker. Ich begann zu weinen und war fest entschlossen, das Stipendium nicht anzunehmen. Doch letzten Endes brachte mich viel gutes Zureden und auch mein eigenes Gewissen wieder auf den richtigen Pfad, denn ich war schon ziemlich abenteuerhungrig und tief in mir drinnen war es auch immer noch mein Traum.

Damit begann Phase eins dieses Auslandsjahres, "das Davor". 

Meine letzten Wochen in Deutschland waren mit die besten meines Lebens. Ich lebte total im Moment und vor allem in meiner eigenen kleinen Traumwelt. Verschwendete nicht wirklich viele Gedanken an Amerika ( nur ab und zu hatte ich kleine Angstausbrueche und Abschiedsschmerz) und auch, wenn da große  Vorfreude auf die Zeit war, die Liebe für mein deutsches Leben war in dem Moment eindeutig größer. Mein einziger Gedanke war immer "ich bin jetzt mal ein Jahr weg, danach komme ich zurück und werde mich verändert haben." Habe aber nie darüber nachgedacht, wieso ich mich verändern würde. Wie dumm...

Phase zwei (das Ankommen): Als ich in Chicago ankam, hatte ich in der ersten Woche das schlimmste Heimweh, das ich je gehabt habe. Ich wachte morgens auf,  heulte erstmal eine halbe Stunde und startete dann in den Tag ( auch, wenn ich das jetzt ein bisschen ins Lächerliche gezogen habe, war es nicht schön). Inzwischen habe ich immer noch Heimweh, aber irgendwie habe ich mich daran gewöhnt, dass ich nie wirklich komplett im Herzen bin und manchmal kleine Dinge oder Kommentare genügen, um mich aus der Fassung zu bringen.

Die dritte Phase verschmolz mit dem Ankommen und begann hauptsächlich mit dem Schulbeginn. Ich nenne sie "das grosse Philosophieren".  

In den Ferien war ich eigentlich nur mit der Gastfamilie unterwegs und außer dem Heimweh hatte ich keine "großen Sorgen" oder Herausforderungen. Am ersten Schultag wurde mir aber direkt klar, dass das mit dem Freunde finden noch weniger Zuckerschlecken wird, als ursprünglich gedacht. Die Masse an Menschen war nicht nur überwältigend, sie bracht mich zum Verzweifeln. Was macht eine richtige Freundschaft aus? Woher weiss man, wer einem gut tut? Ausserdem, und das hat mich wirklich in den Wahnsinn getrieben: Wer bin ich ? Was macht mich als eine Freundin aus oder sogar besonders ? Warum sollte Sich jemand mit mir anfreunden, wo es noch 4499 andere Schüler gibt?

Auslöser waren diese vielen oberflächlichen Bekanntschaften, die Menschenmassen, in denen jeder seinen Platz zu haben schien ausser mir und die "Entwurzelung" aus meinem bekannten Umfeld in Deutschland. Im Vergleich dazu fühle ich mich hier so verdammt allein. Ich merke mehr denn je, dass ich ein Gewohnheitsmensch bin und echt viel Überwindung aufbringen muss, um mir eine Umgebung zu schaffen, in der ich mich wohlfühle und wieder das Positive an dem Auslandsjahr und den Zauber in kleinen Dingen zu sehen. Diese Phase habe ich noch nicht hinter mir gelassen, aber ich denke, es wird mit der Zeit weniger werden. 

Nebenbei ist auch immer der Druck, den ich mir selbst mache, wenn ich mich mit anderen Austauschschülern vergleiche. Ich weiss, dass man das sowieso nicht machen sollte, aber das ist das einzige, was einem einen Anhaltspunkt gibt, wie ein Auslandsjahr abläuft. Anscheinend bin ich die einzige mit Heimweh, die einzige die gewaltige Schwierigkeiten hat...

Im Moment kann ich leider noch nicht zurück in die Schule, ich habe auch Angst davor, wie das alles gehen soll, weil ich immer so erschöpft bin. 

Das Gute an diesen Schwierigkeiten ist, dass ich mir ziemlich sicher bin, dass ich nächstes Jahr schmunzelnd auf diesen Eintrag zurückblicken kann und jetzt weiß, dass es eine Herausforderung ist. Und die machen das Leben schliesslich so aufregend, richtig ? 

Zudem gibt es auch immer noch die guten Phasen, wo ich was richtig Schönes erlebe oder mich verstanden fühle und weiss, dass es der richtige Schritt war, nach Chicago zu kommen. Und immer häufiger überwiegen sie auch.

Ich muss mir übrigens auch noch einen fancy Spitznamen für die Stadt ausdenken, Chicago klingt langsam so abgenutzt. Wenn ihr Ideen habt, könnt ihr sie mir gerne zukommen lassen😁

Cross Country, ein Wochenende in Wisconsin und der erste Schultag

11Sept2017

Hallo ihr Lieben !

Hier kommt nun der versprochene Blogeintrag ueber die vergangenen drei Wochen. smile

Als erstes Cross Country: Vor fast drei Wochen hatte ich mein erstes Training im groessten Sportteam der Schule. Ich liebe Laufen einfach und geniesse es, meine Leidenschaft jetzt immer in Gesellschaft ausfuehren zu koennen. Allerdings ist habe ich auch schnell gemerkt, dass die Amerikaner sehr wettbewerbsorientiert sind und obwohl ich bei meinem ersten Wettkampf (Meet) nicht so schlecht wie anfangs befuerchtet abgeschnitten habe, habe ich gemerkt, dass ich viel lieber zum Spass und fuer meine Ausgeglichenheit laufen gehe. Deswegen, und auch weil ich meine Zeit hier sehr geniessen moechte, habe ich beschlossen, nicht mehr an Wettkaempfen und nur noch an drei statt fuenf Trainingseinheiten pro Woche teilzunehmen. 

Das naechste grosse Ereignis war dann ein Wochenendtrip nach Wisconsin, zu dem ich von einer Local Coordinatorin eingeladen wurde, weil ich Stipendiatin bin. Also wurde ich am Freitag, den 1. September von Amy zu einem Treffpunkt gebracht, um mit den anderen nach Wisconsin zu fahren. Im Auto traf ich auf Julia aus Brasilien und Salma aus Tunesien, mit beiden habe ich mich augenblicklich super verstanden. Als wir endlich angekommen waren, konnten wir sogar noch einen wunderschoenen Sonnenuntergang ueber dem See betrachten, fuer mich von noch groesserer Bedeutung als normalerweise, weil ich als Dorfkind endlich mal wieder in der Natur warlaughing Ich liebe das aufregende Stadtleben, aber manchmal wuensche ich mir einfach, raus in die Weinberge und die weite Stille gehen zu koennen. 

Spaeter trafen dann auch die anderen ein: Amira und Alya aus Indonesien, Adriana aus Brasilien, Taia und Lisa aus der Ukraine und Aia aus Pakistan. Es war einfach eine tolle Gruppe, weil wir, ohne gross Worte zu verlieren, wussten, wie es uns allen geht. Ueber das gesamte Wochenende war es ok, sich mal fuer ein paar Minuten zurueckzuziehen oder seine fuenf Minuten Heimweh zu haben, ich wurde einfach verstanden. 

Aber das war nicht das einzige Tolle, wir haben auch viele schoene Sachen unternommen : Da es Samstag in Stroemen regnete, verbrachten wir den ganzen Vormittag drinnen mit Karten- und Gesellschaftsspielen vor einem gemuetlichen Kaminfeuer. Nachmittags nutzten wir dann eine kleine Regenpause fuer eine Wanderung um den See. international lovekleines Hexenhaus auf der Wanderung Nach der Wanderung zurück an der Hütte Im Anschluss bereitete ich eine deutsche (vegetarische!!) Markloesschensuppe vor, ausserdem gab es Truthahn, den ich nicht probieren konnte und Pumpkin Pie, meine neue Kuchenliebe. Wir waren alle geschafft von dem Tag und machten uns relativ frueh ins Bett.

Am naechsten Morgen weckte uns ein strahlend blauer Himmel und die Sonne- perfekt fuer einen Boottrip auf dem Maidenlake! Neben schwimmen konnten wir Tubing machen, da wird ein aufblasbares Kissen hinter das Boot gebunden und dann mit sehr schneller Geschwindigkeit ueber die Wasseroberflaeche gezogen. Zudem gab es Kanus zum Paddeln. Um 13:30 hatten wir dann schliesslich einen Termin mit einem Native American, Brian. Mit Brian und seiner FrauEr erzaehlte uns von seinem Glauben, dem Leben eines Native American und den Problemen, denen sie heutzutage ausgesetzt sind. Brian hat es wirklich geschafft, mit seiner Hingabe und Leidenschaft, mit denen er gesprochen hat, zu fesseln und am Ende ist kein Auge trocken geblieben. Meine Bitte an euch, mit Brians Worten im Hinterkopf ist, dass ihr eure Familie respektiert, unterstuetzt und wertschaetzt.

Am Montag mussten wir uns dann leider verabschieden. Die Stimmung auf der Heimfahrt war sehr bedrueckt und obwohl wir noch als Aufmunterung an einem Eisladen mitten auf einem Feld hielten, waren alle sehr traurig. Das riesige TrosteisAlleine, dass ich mit den Worten "Auf Wiedersehen, meine kleine deutsche Prinzessin" verabschiedet wurde, bringt jetzt ein kleines Laecheln, aber auch einen Stich in meinem Herzen mit sich.

Als ich wieder in Chicago ankam, musste ich mich dann auf den ersten Schultag vorbereiten, der am Dienstag war. Lane Tech, 4500 Schueler und ich bin jetzt einer von ihnen. SO grosse Menschenmassen, das ist Wahnsinn! Gluecklicherweise bin ich dieses Jahr nicht die einzige Austauschschuelerin und es gibt sogar noch eine andere Deutsche. Mit ihnen habe ich mich vor der ersten Stunde dann getroffen und wir wurden alle in unsere erste Klasse gebracht, nachdem wir unsere Stundenplaene erhalten hatten. Mit meinen Faechern bin ich soweit ganz zufrieden, auch wenn ich jetzt schon weiss, wie langweilig es werden wird, wenn ich die Sprachprobleme, die ich im Moment noch habe, hinter mir gelassen habe. Ich weiss jetzt auch schon, dass meine Lieblingsfaecher Deutsch ( da helfe ich der Lehrerin) und die Chorklasse sind. Ausser der unangenehmen Situation, dass ich auf keiner Klassenliste stand und immer vor dem ganzen Kurs meinen Namen sagen und buchstabieren musste, weil hier niemand meine Namen je gehoert hat, war eine weitere Herausforderung die Mittagspause. Gluecklicherweise hatte ich die gleiche Freistunde wie eine italienische Austauschschuelerin und einer aus Oesterreich- allerdings hatten die ganz andere Vorstellungen und ich war auf mich alleine gestellt. Doch ich fand schnell zwei Maedels, zu denen ich mich setzen und mit denen ich reden konnte.

Das waren so die Geschehnisse des spaeten Augusts und fruehen Septembers... Im Moment bin ich leider schon wieder krank und werde eine bloede Mandelentzuendung nicht los, also passiert nicht vielsealed.

Ich hoffe, euch geht es allen gut und die kuehlen, herbstlichen Temperaturen werfen euchnicht allzusehr aus der Bahn.

Hab euch lieb,

eure Maren

Kurzes Zwischenupdate

05Sept2017

Hier ein kurzes Zwischenupdate: 

Heute hatte ich endlich meinen ersten Schultag. Es war ein sehr langer Tag und ich muss mich nach 10 Wochen (!!!) Ferien erst wieder an sowas gewoehnen. Aber ansonsten ist alles wirklich ganz gut gelaufen und ich bin relativ zufrieden mit meinen Kursen und auch Lehrern. Bis auf meine Mathelehrerin, die wirkt sehr sehr streng, mal schauen.

Ansonsten ist wirklich viel passiert, ich habe vor zwei Wochen mit Cross Country angefangen und trainiere jetzt jeden Wochentag, was wirklich gut tut. Auch mein erstes Meet hatte ich schon, es war wirklich anstrengend und nervenaufreibend, aber am Ende war ich ein bisschen stolz auf mich selbst .laughing

Ausserdem war ich ueber Labor Day Weekend campen mit anderen Stipendiaten aus der ganzen Welt, das war ein unglaublich schoenes Erlebnis und ich kann es kaum erwarten, die Leute wiederzusehen.

Wenn ich mal mehr Zeit habe, vielleicht am Wochenende, werde ich auch noch genauere Berichte schreiben und auch ein paar Fotos hochladen.

Macht es bis dahin gut und passt auf euch auf

Eure Maren 

3 Wochen Amerika

23Aug2017

Hallo ihr Lieben!

Ich melde mich wieder aus dem heissen Chicago- ehrlich, es ist soo warm hier, anscheinend ist der Sommer Ende August in seiner Hochphase... 

Jetzt bin ich schon drei Wochen hier, es kommt mir aber bereits viel laenger vor. Wir haben immer noch Ferien und unternehmen viel mit der Familie. Dadurch habe ich echt schon viel gesehen und erlebt: Viele Stunden haben wir auf dem Segeleboot meiner Gastfamilie verbracht, waren in Downtown Chicago, haben einen Surfboardkurs gemacht, waren viel unterwegs einkaufen, erledigen uns so weiter, im Zoo, hatten viel Besuch von Nachbarn, Verwandten und Freunden oder haben sie besucht...

Das alles macht wirklich Spass und ich bin sehr dankbar, dass die Lallas mich daran teilhaben lassen!

Sonnenuntergang über Chicago Mit Claire (Freundin der Familie) auf dem Boot Ich, Aidan und Peyton Nach dem Surfboardkurs... war ganz schön anstrengend! Meine amerikanische Familie ( Aidan fehlt) 

So langsam spielt sich aber auch alles ein und jeder aus der Familie geht nach und nach wieder zu seinem normalen Arbeits-/ Ferienalltag ueber. Ausserdem ist meine aelteste Gastschwester Zoe seit Sonntag wieder in Boston im College und sie fehlt mir sehr. Das alles bedeutet fuer mich, dass ich viel Zeit alleine bin und mich versuche, irgendwie zu beschaeftigen, richtige Freunde habe ich noch keine gefunden, vor allem, nachdem die Franzosen jetzt gestern wieder nach Hause geflogen sind. Also gehe ich viel mit dem Hund spazieren, mache Sport, male, lese, pflege saemtliche Tagebuecher seehr sorgfaeltig (Gruesse an Annika und Gernot) und gammle. 

Ihr koennt euch nicht vorstellen, wie sehr ich mich auf die Schule freue und darauf, eine sinnvolle Aufgabe zu haben. Vorgestern war ich auch schon mal mit Aidan und Peyton im Gebaeude- fuer die Auftaktveranstaltung der neuen 9.Klaessler. Das war vielleicht ueberwaeltigend! Lane ist kein Vergleich zu unserem kleinen suessen Stama mit seinen 800 Schuelern. Die werde ich alleine in meinem Jahrgang haben... Und das ist auch meine grosse Sorge: Bei so vielen jungen, lauten Amerikanern mit meiner ja dann doch eher stillen Art schlichtweg unterzugehensealed Gleichzeitig sehe ich es aber auch als eine schoene Herausforderung, an der ich nichts als wachsen kann. Wahrscheinlich wird es mich ein paar Monate kosten, einen wirklich soliden Freundeskreis zu bilden, aber ich denke, ich bekomme das auf jeden Fall hin. Und zur Not habe ich ja auch noch Aidan, die es liebt, mich ueberall mit hinzunehmen und ihren Freunden vorzustellen...smile

Und bis der ganze Wahnsinn in zwei Wochen dann endlich startet, haben wir noch ein paar schoene Sachen geplant: Wir wollen auf jeden Fall noch zum Strand, zum Navy Pier, Aidan und ich werden ueber ein Wochenende mit ihren Freunden in ein Haus fahren und dann sind da auch immer noch die Trips zum Boot...

Zum Schluss noch etwas zu meiner Gefuehlslage: Ich denke, die anfaengliche Heimwehphase habe ich jetzt so gut wie hinter mir gelassen, ich fange an, mich richtig wohl zu fuehlen. Trotzdem denke ich natuerlich jeden Tag an Deutschland und alle(s), die/was ich dort liebe. Man bekommt so ein gutes Gespuer fuer die Dinge, die man viel mehr wertschaetzen sollte. Fuer mich merke ich jetzt, wie sehr ich Manches an der deutschen Mentalitaet und dem deutschen Lebensstil liebe, auf der anderen Seite sehe ich hier Verhaltensweisen, von denen sich manch ein Deutscher nicht nur eine Scheibe abschneiden koennte. Das ist ein Teil, den ich schon jetzt so toll finde an meinem Auslandsjahr: Man bekommt quasi zwei Kulturen mit, kann sich beide genau anschauen und sich das, was einem am besten gefaellt aussuchen und ein bisschen an seinem Charakter rumbastelninnocent

Wie ihr wahrschinlich merkt, ist das alles eine ziemliche Gefuehlsachterbahn, bei der man nie so richtig weiss, wohin sie einen als naechstes schickt. Das einzige, was man weiss, ist dass es am Ende richtig ist.

Ich wuensche euch allen eine tolle Woche, fuehlt euch gedrueckt,

Eure Maren

Der Abschied und die ersten Tage in Amerika

05Aug2017

Hallo ihr Lieben!

Am Mittwoch, den 2. August,  war es endlich soweit: Amerika !!!

Um  viertel vor sechs in der Frueh habe ich mich mit meiner Familie und Freunden auf den Weg zum Frankfurter Flughafen gemacht. Komischerweise war ich zu diesem Zeitpunkt garnicht aufgeregt und irgendwie auch nicht traurig, ich wollte den Abschied einfach so schnell wie moeglich hinter mich bringen, was ich dann auch getan habe, sobald ich auf die anderen Austauschschueler gestossen war. Im Nachhinein bin ich froh, dass ich im Moment des Abschiedes nicht auf dem Schirm hatte, was ich da eigentlich gerade tue, denn dann waere ich wahrscheinlich nie gegangen.

Noch in Frankfurt...

 

Endlich im Flugzeug verging der Flug unerwartet schnell und wir kamen gut mit 60 aufgeregten Austauschschuelern und 2 Betreuerinnen in Washington D.C. an. Dort verbrachten wir dann auch zwei aufregende Tage, in denen wir das Department of State, das Capitol, das National Museum of History, Lincoln Memorial, Jefferson Memorial und Martin Luther King Memorial besuchten. Mein persoenliches Highlight war allerdings das Dinner im Hard Rock Cafe, bei dem ich meinen ersten amerikanischen (Veggie-) Burger gegessen habe. SOOO lecker! Washington Monument

Vor dem Einsteindenkmal

U.S. Capitol

Das Capitol von innen

Am naechsten Morgen ging es dann aber endlich nach Chicago zu meiner Gastfamilielaughing Auch hier war ich die ganze Zeit nicht aufgeregt, bis ich dann schliesslich zwei meiner Gastschwestern gesehen habe. Der Empfang war ein wirklich schoener und aufregender Moment, den ich nie vergessen werde. 

Wir sind dann erstmal nach Hause gefahren, was nur 15 Minuten gedauert hat, und haben einen ruhigen Nachmittag mit Koffer auspacken, ein bisschen schlafen und kochen verbracht. Ich muss sagen, dass die Familie hier extrem gesund lebt und ich mich wirklich sehr anstrengen muss, ueberhaupt zuzunehmen, aber ich bin mir sicher, dass ich das trotzdem irgendwie hinbekommen werdetongue-out Abends waren wir dann noch auf einer Party fuer ein paar franzoesische Austauschschueler, die die naechsten drei Wochen hier sein werden. Dort habe ich unter anderem auch schon eine wirklich coole Spanierin kennengelernt, die mit mir auf die Lane Tech gehen wird. 

Heute (Samstag) war ich mit meinen Gasteltern bei Costco, was das krankeste Geschaeft ist, was ich in meinem Leben gesehen habe. Die Dimensionen sind unvorstellbar, alles ist so viel groesser als in Deutschland. Allgemein gibt es hier alle Lebensmittel in riesigen Containern, wir haben 5 Liter Essigcontainer oder 3 Liter Shampooflaschen.

Nachher werden wir noch in einen Park gehen, wo ein Konzert und bei Anbruch der Dunkelheit eine Kinovorstellung ist, da freue ich mich schon sehr drauf. 

 

Allgemein bin ich wirklich froh und dankbar, hier sein zu duerfen und freue mich wahnsinnig auf das kommende Jahr. So langsam beginne ich, das alles zu realisieren und es ist nicht nur einfach, klar. Ich vermiss so viele schon jetzt unaushaltbar und ihr muesst wissen, dass ich an euch alle immer denke und euch im Herzen mitgenommen habe. Ich hoffe, es geht euch gut und ihr habt eine schoene Zeit. Hab euch lieb, 

 

Eure Maren

 

P.S.: Fotos werde ich, wenn ich faehig bin (also eher nichtlaughing) bald per Handy einfuegen

Meine Gastfamilie

12April2017

Hallihallo ihr Lieben!

Kaum zu glauben, aber ich habe tatsächlich schon eine Gastfamilie ? Ich hätte ehrlichgesagt frühestens ab Mitte Mai, aber eigentlich noch eher Ende Juli, also ganz knapp vor meinem Abflug damit gerechnet, aber gestern kam ich nach Hause und hatte eine WhatsApp von meiner Mama: Experiment e. V. hat angerufen- Chicago!!

Das konnte ich garnicht glauben, aber eine E-Mail bestätigte mir genau das: Ich komme nach Chicago- Wahnsinn, wenn man bedenkt, dass mein Heimatdorf knapp 800 Einwohner hat, Chicago als drittgrößte Stadt Amerikas 2,7 Millionen?.

Und nicht nur das ist fast zu schön, um wahr zu sein: Auch meine Gastfamilie scheint perfekt. Ich habe Gastmama und -papa und drei Gastschwestern, eine ist sogar in meinem Alter und geht auf die gleiche Schule, auf die ich gehen werde. Ich freue mich so sehr darüber, denn meine Geschwister sind für mich vier der Wichtigsten Personen im Leben und mit dieser geballten Schwesternpower in Amerika werde ich meine eigenen vielleicht nicht ganz so schlimm vermissen, wie ich jetzt schon befürchte.

Außerdem haben sie noch einen Hund und ein riesiges Haus mit 21 Zimmern, das so schön typisch amerikanisch ist, dass ich mich direkt hinein verliebt habe.

Und schließlich meine Schule : Die Lane Technical College Preparatory High School- 4500 Schüler und das Gebäude sieht filmreif aus. Superschön und mit einem gewaltigen Angebot an Fächern und AGs, ich bin sicher, dass ich hier meine Hobbies perfekt verfolgen kann. Und vielleicht ist der Unterricht ja auch ganz ok ?.

Ich bin so überglücklich damit, jetzt schon zu wissen, wo ich hinkomme, denn um ehrlich zu sein hatte ich in den vergangenen Wochen sehr große Zweifel und Angst, wie das Auslandsjahr wird und ob es wirklich der richtige Weg für mich ist. All diese negativen Emotionen sind nun wie weggeblasen, da mein USA- Aufenthalt endlich Formen annimmt und ich nicht mehr über eine unbekannte Zukunft grübeln muss. 

Ich hoffe, es geht euch allen gut und ihr habt schöne Ferien,

Eure Maren

 

Noch 136 Tage

19März2017

Hallo ihr Lieben!

Das ist also mein erster Blogeintrag, ich kann immer noch garnicht fassen, dass es in weniger als fünf Monaten für mich losgeht.

Bis zu meiner Abreise am 02. August stehen aber noch einige Sachen an: Ich muss mein Visum beantragen, ein Vorbereitungsseminar besuchen, die Schule irgendwie hinter mich bringen, auf die ich momentan komplett garkeine Lust mehr habe, und natürlich erstmal noch eine Gastfamilie zugeteilt bekommen ?.

Aber alles das sind Teile meines "Werdegangs" als Austauschschülerin und ich freue mich, durch sie bald in ein Jahr voller Abenteuer und Herausforderungen starten zu können. Und mindestens genauso sehr freue ich mich darauf, alles hier auf diesem Blog aufschreiben und für immer festhalten zu können.

Peace out,

Maren