Winter break

04Jan2018

Hallo ihr Lieben, erst einmal ein frohes neues Jahr!

 

Ich möchte heute von meinem restlichen Dezember und der Winter break mit unserem Roadtrip berichten:

Dank meiner wundervollen Eltern und Freunde startete ich in den Dezember mit 3 Adventskalendern- also in perfekter Vorfreude auf Weihnachten. Und gegen meine Erwartungen hatte ich auch garnicht so viel Heimweh, ich freute mich einfach unheimlich auf die Ferien und gab in der Schule nochmal alles. Und dann waren sie endlich da: Wir wurden von der Schule mit einem gemieteten Minivan abgeholt und fuhren noch am 22. vier Stunden zu unserem ersten Hotel in Iowa. Erschöpft aßen wir  zu Abend und gingen ins Bett, denn die nächsten beiden Tage waren jeweils sieben Stunden im Auto mit einer Nacht Zwischestopp in Nebraska. Endlich, am 24., Heiligabend kamen wir bei Aunt Robin, Amys Schwester an. Weihnachten wird hier allerdings am 25. gefeiert und so war es wie ein ganz normaler Familienabend mit Spielen.

Am 25., dem eigentlichen Weihnachten, schliefen wir erstmal aus, machten ein Puzzle und aßen eine Kleinigkeit zu Mittag. Dann gingen wir raus in den Schnee- endlich war mein großer Kindheitstraum, weiße Weihnacht, in Erfüllung gegangen. Das weiße Erwachen am 24.12.Und als wir von dem Spaziergang in der wunderschönen Szenerie der Rocky Mountains  zurückkamen, bescherten wir. Aidans Weihnachtsgeschenk an mich : ein selbstgemachtes Holzschild mit der U- Bahn KarteAbends gab es noch ein leckeres, veganes Festessen und schließlich spielten wir Cards against humanity. 

Einen Tag darauf ging es dann schließlich weiter nach Boulder, Colorado, Freunde besuchen. Das Highlight dort war ein Tischtennistisch mit Billiardaufsatz, der letzten Endes dazu führte, dass wir die ganze Nacht aufblieben. Ich zeigte den Amis Rundlauf und sie fanden einen Mordsspaß daran.

Nach wenig Schlaf und einem großem Frühstück saßen wir dann am 27. Dezember wieder für einige Stunden im Auto, das nächste Ziel war Estes Park, Colorado. Hier übernachteten wir im Stanley, ein Hotel, in dem Stephen King seinen Roman "The Shining" schrieb. Auch sonst gab es viele Geschichten über das Hotel, vor allem aber die Geister, die angeblich dort herumspuken. Ich mit meiner doch eher realistischen Art blickte den ganzen Stories und besonderen Ereignissen sehr skeptisch entgegen, muss aber doch gestehen, dass es ziemlich cool war, an einer Tour durch das Hotel teilzunehmen und tatsächlich ein paar gruselige Geschehnisse zu beobachten. Außerdem besuchten wir eine Show mit dem Magier Aiden Sinclair, der ein sechsjähriges Geistermädchen in seine Show einbaute, mit Hilfe der er es, ich weiß immer noch nicht, wie, irgendwie schaffte, jeden im Raum zu begeistern.

Vom Stanley fuhren wir dann auch einen Tag nach Eldora, ein Skigebiet, und ich fuhr zum ersten Mal in meinem Leben Ski. Anfangs hatte ich wirklich gewaltige Angst, doch ab einem gewissen Zeitpunkt, ab dem ich das Bremsen beherrschte, machte es wirklich enorm viel Spaß und ich wollte garnicht mehr aufhören.  wunderschönes Colorado Die Rocky Mountains vom Stanley aus

Am 30. Dezember mussten wir dann aber das Stanley verlassen- um in ein anderes Geisterhotel zu ziehen. Über Wyoming ging es nämlich nach Rapid City, South Dakota, in das Hotel Alex Johnson. Auf dem Weg machten wir noch Stop an einer alten Militärbasis, einer Geisterstadt und einer Tropfsteinhöhle. Mein Highlight waren aber die Badlands eine wunderschöne Felsenlandschaft. Badlands, South DakotaIm Endeffekt passierte an diesem Tag danach nicht mehr viel und Silvester war da. Morgens machten wir uns auf eine weitere Sightseeingtour, bei teilweise -17 Grad FAHRENHEIT war das allerdings nicht so angenehm, das Auto überhaupt zu verlassen. komplett zugefrorener See - 17 Grad Fahrenheit !!!Trotzdem sahen wir den berühmten Mount Rushmore und das Crazy Horse, außerdem auch zwei gefrorene Wasserfälle. 

Zurück im Hotel machten wir uns dann für den Jahreswechsel bereit, den wir letzten Endes in einem sehr guten Restaurant ausklingen ließen, um Mitternacht waren wir aber vor dem Hotel auf der Straße und sahen den Balldrop, ganz im New York Times Square Style. Es war ein schöner Abschluss für 2017, ein Jahr was mir für immer als ein außergewöhlichles in Erinnerung bleiben wird, nicht nur durch das Auslandsjahr. In meiner deepen Phase zu Beginn der Zeit in Amerika, als ich auch noch einigermaßen Deutsch sprechen konnte, habe ich darüber ein kleines Gedicht geschrieben, das, auch wenn es sehr schnulzig ist, das Jahr echt gut zusammenfasst:

 

2017

Noch nie so viel gelacht, noch nie so viel geweint.

Noch nie so viel Angst gehabt, noch nie so oft überwunden.

Noch nie so viel kennengelernt, noch nie so viel vermisst.

Noch nie so viele Menschen, noch nie so viel ich.

Noch nie so viel geliebt.

 

Zuletzt fuhren wir dann über Michigan und Wisconsin wieder zurück nach Chicago, wo wir noch einige sehr ruhige Tage zu Hause verbrachten. 

Naja, heute ist auch ein besonderer Tag für mich, denn es ist Bergfest. Ich bin nun schon seit 160 Tagen von Zuhause weg nochmal genauso lange hier bleiben. Zeit, ein kleines Zwischenfazit zu ziehen also... 

Ich bin so unglaublich dankbar für diese wahnsinnige Chance, die sich mir hier ergeben hat. Ich habe mir ja nie wirklich intensive Gedanken über meine Zeit hier gemacht und darüber bin ich sehr froh. Es ist irgendwie jeden Tag ein neues Abenteuer und gefühlsmäßig eine verdammte Achterbahn. Ich hatte schon Hochs, aber auch Tiefs, in denen ich entschlossen war, nach Hause zu gehen. Und im Endeffekt bin ich froh, dass ich immer noch hier stehe, mit einer beschissenen Lunge, zugegebenermaßen ein paar Kilos mehr und allgemein einem ungesünderen Lebensstil. Aber all das macht meine Erfahrungen hier aus und ist nicht das, worauf ich in zwanzig Jahren achten werde.

Am Ende bleibt mir jetzt nur noch eins zu sagen : Dankeschön. Für all die Liebe, Karten, Pakete, Nachrichten und Geschenke, die ich immer wieder erhalte. Vor allem aber auch für die Arschtritte, wenn ich mal wieder aufgeben will. 2017 war einfach unglaublich und 2018 wird noch viel schöner. Ich kann es kaum erwarten!

Eure Maren

 

 

Washington D.C. - CBYX Enhancement Program Workshop

09Dez2017

Hallo ihr Lieben !

Heute möchte ich euch von meiner Woche in Washington D.C. berichten.

Letzten Sonntag wurde ich nämlich von Costa an den Flughafen gebracht, um die nächste Woche in der Landeshauptstadt zu verbringen. Und noch am Flughafen traf ich auf die ersten anderen Deutschen. Es war so lustig und spannend, sich über die Geschehnisse der ersten vier Monate in den USA auszutauschen und auch etwas über die Amis abzulästern- liebgemeint natürlich.  Chicago aus dem Flugzeug- ich liebe diese Stadt so sehr!

Nach einem angenehmen Flug kamen wir schließlich in D.C. an und trafen auf die alle Anderen. Ingesamt waren wir 94 Menschen, eine gewaltige Zahl! Wir wurden in Viererzimmer eingeteilt und meine roommates waren Tabea, Julia und Emily. Bis auf einen Trip zu einemKunstmuseum Das Kundtmuseumpassierte an dem Tag allerdings nicht mehr viel, wir waren ja auch alle müde. 

Am nächsten morgen brachen wir dann schon früh auf, um diverse Museen und Memorials zu besichtigen. Martin Luther King Memorial Thomas Jefferson Memorial T.J.M. Vor dem Abraham Lincoln Memorial

Das interessanteste war hierbei das Newseum, das nicht nur amerikanische Geschichte, sondern unter anderem auch Deutsche ausstellt. Danach ging es zum ersten Mal auf den Capitol Hill, um uns für unseren großen Tag mittwochs vorzubereiten. Das KapitolNach dem Abendessen in einer Pizzeria bereiteten wir zurück im Hotel noch eine Präsentation über ein Community Project vor.

Der Dienstag begann mit einer Simulation Activity, in der wir fiktiven Ländern zugeteilt wurden und diplomatisch eine Flüchtlingskrise lösen mussten. Dieser Teil des Programms war mit mein Lieblingsteil, da es so unglaublich viel Spaß gemacht hat, auf hohem Niveau zu diskutieren. Im Anschluss hörten wir eine Rede von einem deutschen Botschafter in Amerika und brachen dann zu weiteren Denkmälern auf.  Washington Monument mit Tim und Natalie    Außerdem sahen wir den National Christmas Tree.

Abends im Hotel bereiteten wir uns dann nur noch auf unseren großen Tag vor und bekamen alle individuelle Stundenpläne. Ich hatte drei Termine am Capitol Hill day: ein Treffen mit Mitarbeitern des Senators Durbin, eins mit Mitarbeitern der Senatorin Duckworth und last but not least mit dem Repräsentanten Quingley. 

Mittwochmorgen brachen wir schon sehr früh auf. Da ich noch etwas Zeit bis zum ersten Termin hatte, besuchte ich noch das Capitol. Um 10:30 war es dann soweit. Mit vergleichsweise vielen aus Austauschschülern und den Mitarbeitern, so inspirierende und intelligente Menschen, hatten wir sehr interessante Diskussionen. Auch das zweite Meeting war schnell eine hitzige Unterhaltung.

Mein letztes Treffen war allerdings für mich das Beste, da ich die Einzige aus meinem Wahlkreis war und so ein individuelles Gespräch entstehen konnte. Statt Mike Quingley empfing mich seine Sekretärin, aber nachdem ich sie ausgelöchert hatte, brachte sie mich in den abgesicherten Teil und ich konnte den Representanten für ein Foto treffen.  Mit den staff members von Senator Durbin Mike Quingley und ich

Im Anschluss schaute ich mir noch eine Senatssitzung an, aber leider war die Zeit auf dem Capitol Hill bald um und es ging weiter ins National Air & Space Museum. Später hatten wir noch Abendessen im Hard Rock Cafe und schauten uns eine Komödie im Theater an. 

Donnerstag bekamen wir eine Präsentation über das Wahlsystem in Amerika und hatten eine Diskussion, wie wahrschinlich es ist, dass sich dieses in den kommenden Jahren ändern wird. Später hielten wir unsere Präsentationen und brachen für einen letzten Museumsbesuch in die Stadt auf. 

Zurück im Hotel bekamen wir das erste Mal etwas Freizeit, in der wir leider schon packen mussten. Für den Abend hatten unsere Teamer noch etwas Besonderes vorbereitet: Wir hatten ein Candle Light Dinner, es wurden Reden gehalten und schließlich kam ein DJ und wir konnten etwas tanzen. Nach der Sperrstunde redeten wir noch lange, aber letzten Endes versuchten wir doch noch, etwas Schlaf zu bekommen, denn am nächsten Morgen mussten wir sehr früh raus, um den Flieger zu bekommen.

 

Als ich endlich wieder in Chicago angekommen war, merkte ich erst, wie sehr ich alles hier vermisst hatte. Nach einem kleinen Nap fuhr ich schließlich noch auf ein Basketballspiel meiner Schule und im Anschluss gingen wir essen. 

Ich bin sehr dankbar für diese große Möglichkeit, die mir gegeben wurde und werde mich noch sehr lange an eine schöne und lehrreiche Woche mit wundervollen Menschen erinnern. 

Ich vermisse euch alle sehr, vor allem jetzt, wo langsam Weihnachtsstimmung aufkommt. Ich bin einfach so glücklich, euch alle in meinem Leben zu haben und jede Träne ist irgendwo auch eine Freudenträne, dass ich auf meinem Weg schon so oft auf Menschen getroffen bin, die zu gut für mich und die Welt sind. Ich sende euch ganz viele Umarmungen,

Eure Maren

Thanksgiving

25Nov2017

Hallo ihr Lieben !

Heute möchte ich euch von meinem ersten (und hoffentlich nicht letztem!!) Thanksgiving berichten.

Seit Mittwoch haben wir glücklicherweise schon frei und so konnte ich komplett in den holidayspirit abtauchen. Als wir am Dienstag aus der Schule kamen, haben wir fast augenblicklich mit Vorbereitungen angefangen. Es gab so viel zu kochen, schmücken und herzurichten, dass wir auch noch den ganzen Mittwoch damit verbrachten. Ich habe es so sehr genossen, mit meiner Gastfamilie in der Küche zu stehen, zu reden, all die neuen, tollen Rezepte zu lernen und dabei auch noch ein bisschen unsere Beziehung zu verbessern.

Und dann war es endlich Donnerstag- lang ersehnt. Wir standen sehr früh auf, um letzte Vorbereitungen zu treffen und mein Gastschwester Zoe vom Flughafen abzuholen. Ich habe sie so sehr vermisst.

Im Laufe des Vormittags trudelte nach und nach auch die Verwandschaft ein und gegen 12 waren wir komplett: YiaYia (die griechische Oma), Aunt Julie und Uncle Kennie, ihr Sohn Elliot und dessen Freundin Cassie und schließlich wir sechs Lallas: Amy, Costa, Zoe, Aidan, Peyton und ich. Um die Zeit bis zum großen Festmahl umzubekommen, baute Elliot sein Virtual Reality Game auf. Es hat so viel Spaß gemacht, nicht nur das Spielen selbst, sondern auch den anderen zuzuschauenlaughing.

Um 16 Uhr- endlich- durften wir alle ins festlich geschmückte Esszimmer und essen, essen, essen ... Neben dem typischen Truthahn gab es auch noch Kartoffelpüree, Sükartoffelpüree mit Marshmallows überbacken, geröstetes Gemüse, Cranberry- Kompott, Stuffing (Brotkrümel mit Öl, Gewürzen, Sellerie und Zwiebeln vermischt und mein Lieblingsteil), Challa (jüdischer Hefezopf) und eine riesige Schüssel Salat. Ich weiß nicht, wie wir danach noch in der Lage waren, uns zu bewegen, aber wir schafften es in den Fernsehraum, um dort den Rest des Tages zu verbringen, nur für Nachtisch hieften wir uns nochmal auf.  Sweet and Salad and Cranberries Turkey roasted vegetables  Stuffing Das Esszimmer Nachtisch... ... ...

Am Freitag ging ich früh morgens laufen und verbrachte den Rest des Vormittags mit Einkaufen. Obwohl Black Friday war, wo die Amis verrückt werden und ab 3 Uhr in der Nacht in Schlangen stehen, um gute Deals zu bekommen, gingen wir nur Lebensmittel einkaufen. Meine Gastfamilie ist der Meinung, dass die Idee des Balck Fridays nicht mit Thanksgiving übereinstimmt und geht deswegen nicht auf Schnäppchenjagd. Als ich vom Einkaufen nach Hause kam, lag ein Paket für mich auf der Theke - aus Deutschland. Ich habe mich so so doll gefreut . Danke danke danke Mama für alles- ich habe einen Adventskalender!!!  

Und um meinen Tag noch perfekter zu machen, entschieden wir uns spontan dazu, auf den deutschen Weihnachtsmarkt in der Stadt zu fahren. Der Geruch von Glühwein, gebrannten Mandeln und Crêpes hat mich nun endgültig in Weihnachtsstimmung versetzt und ich kann es kaum abwarten, die Chancen auf weiße Weihnachten stehen so gut wie nie zuvor. die Crew

Jetzt ist es schon Samstag und für heute steht Bowling und Iceskating an. Ich liebe Thanksgiving und bin nun voll und ganz hier angekommen.

Zum Schluss möchte ich auch noch Danke sagen. Danke an euch alle, Familie und Freunde. Vor allem seit ich hier bin, ist mir klar geworden, mit was für wundervollen Menschen ich gesegnet bin. Ich liebe euch alle so sehr! Danke, dass ihr auch jetzt, wo ich 7000 Kilometer von euch entfernt bin und durch die krassesten Krisen gehe, zu mir steht und mich Tag für Tag glücklich macht. Ich frage mich echt, womit ich euch verdient habe... Ich kann es kaum erwarten, euch in einem halben Jahr schon wiederzusehen.

Bis dahin lasst es euch gut gehe, nicht zu sehr vom Weihnachtsstress mitreißen und genießt euer Leben!!

Ganz viel Liebe aus Chicago sendet euch 

Eure Maren

November...

03Nov2017

Hallo ihr Lieben! 

Ich melde mich wieder aus Chicago und habe viel zu berichten:

Seit meinem letzten Eintrag habe ich ein Wochenende in Barrington verbracht, wo ich auf viele neue Austauschschueler, aber auch bekannte Gesichter getroffen bin. Ich hatte eine echt schoene Zeit, wir haben Kuerbisse geschnitzt und waren in einem Maislabyrinth, anscheinend sogar dem groessten der Welt. 

Ausserdem war ja Halloween und ich war mit der Gastfamilie auf einer Party. Wir hatten uns dafuer extra ein Kostuem gekauft und sind alle als Charactere aus dem Film Grease gegangen. Am letzten Samstag sind wir dann raus nach Schaumburg gefahren und haben mal richtig ordentlich gefeiert tongue-out

Halloween selbst war leider ein Wochentag, wir sind aber trotzdem trick or treating gegangen und haben ordentlich abgesahnt. Danach gab es noch einen gruseligen Film. 

Heute muessen wir dann auch schon wieder die Deko abhaengen und die Thanksgiving- Vorbereitungen starten. 

In der Schule laeuft es jetzt so langsam, bis auf das es immmer noch stinklangweilig ist. Ich bin im Greek Club und manage das Basketballteam, bis ich selbst endlich wieder Sport machen kann ( bloedes Pfeiffersches Druesenfieber immer nochundecided). Das erste Quartal ist geschafft, die Noten stehen und naechste Woche gibt es dann Zeugnisse innocent. Mal schauen, was mich erwartet...

Gefuehlsmaessig blicke ich gerade volll durch und fange an, mich selbst besser zu verstehen. Das ist ein total komisches, aber auch interessantes Gefuehl. Ich bin sehr gespannt, wohin mich das fuehren wird.

Ausserdem habe ich diese Woche festgestellt, dass es nur noch zwei Wochen sind, bis zur Thanksgiving break, danach nur eine Woche bis ich nach D.C fliege und dann nochmal zwei Wochen bis zur Winter break, da fahren wir auf einen Roadtrip. Eventuell erlebe ich dieses Jahr das erste Mal weisse Weihnachten, ich kann es kaum abwarten. Ich hoffe so sehr, dass es euch allen gut geht, ich vermisse euch unheimlich!! 

Macht es euch gemuetlich,

Eure Maren

Es ist Oktober- endlich Herbst?

07Okt2017

Hallo ihr Lieben.

Es ist schon wieder so viel passiert, worueber ich gerne berichten moechte : 

Mein Gastmutter ist Juedin und aus dem Grund habe ich mich entschlosssen, in diesem Jahr so viel ueber die juedische Religion zu lernen und mitzumachen wie moeglich. Vor ein paar Wochen war dann das Neujahrsfest (Rosch ha-Schana) und wir haben ein schoenes Familienabendessen zusammen verbracht und gebetet. Das naechste grosse Fest war eine Woche spaeter Yom Kippur, ein Fest, bei dem man den ganzen Tag fastet und erst nach Sonnenuntergang ein grosses Festmahl zu sich nimmt. Der Zweck des Ganzen ist, sich zu reinigen und anderen ihre Suenden zu vergeben.

Ich finde es sehr interessant, auch mal ausserhalb der christlichen Religion Luft schnuppern zu koennen, mal schauen, was mich ueber das Jahr noch erwartet...

"Privat" habe ich auch etwas unternommen: Ich war auf einer Flusskreuzfahrt, eigentlich sind Romy (eine andere deutsche Austauschschuelerin ) und ich mitgefahren, in der Meinung, dass wir die architektonischen Highlights der City praesentiert bekommen. Haben wir auch- aber es war zudem noch eine Hundekreuzfahrt und alle Hunde waren zu Halloween verkleidet. Sowas gibt es auch nur in Amerikalaughing.

Am meisten Zeit hat aber eindeutig die Schule eingenommen: Wir hatten in der vergangenen Woche Spiritweek- das kann man vergleichen mit den Mottotagen der Abiturienten, nur, dass eben die ganze Schule mitmacht. Die Seniors (Abschlussklasse) hatten dabei auch ihr eigenes Motto und die Woche sah wie folgt aus:

Montag : alte Sportuniformen aus dem Freshman year ( das erste Jahr an der Highschool)

Dienstag : Togas - bei weitem der lustigste Tag 

Mittwoch : Oahu- Wednsday 

Donnerstag : Pyjamas

Freitag : Spirit day (Schulfarben)

Die Spiritweek gehoert zu Homecoming. Ausser dem Verkleiden hatten wir noch ein Homecoming- Soccergame am Mittwoch (eigentlich traditionell ein Footballgame, aber bei uns ist einiges schiefgelaufen und das Fussballspiel war die Notloesung) und ein Flag Footballgame am Freitag. Ausserdem fand Freitag die Pep- Rallye statt, bei der sich die gesamte Schule im Stadion versammelt und die Show der Marching Band und Tanzgruppen angeschaut hat.

Der grosse Abschluss war der Homecomingdance am Samstagabend. Hierfuer bin ich nachmittags zu einer Mitschuelernin aus der Chorklasse gefahren und wir haben uns zusammen fertig gemacht. Sie lebt im Trump- tower und von ihrem Zimmer aus hatte man einen wahnsinnig schoenen Ausblick auf die Stadt.

Der Ball selbst war auch sehr schoen, die Turnhalle war geschmueckt und ein DJ hat aufgelegt, sodass man ganz gut tanzen konnte. 

Neben dem spassigen Teil habe ich auch noch eine Zeugnistendenz bekommen und meine Mathenote ist echt im Kellerundecided Zwar mag ich das Fach wirklich gerne, aber auf Englisch und in dem Tempo, in dem meine Lehrerin den Unterricht gehalten hat, hat es mich richtig verwirrt. Deswegen habe ich nochmal umgewaehlt und hoffe, in meinem neuen Fach mehr Erfolg zu haben.

Das waren jetzt sehr viele Informationene, ich weiss, aber ich hoffe, ich konnte euch damit einen guten Einblick in die Geschehnisse in Chiggy geben. Hoffe, es geht euch allen gut,

Eure Maren

Es geht steil bergauf

26Sept2017

Hallo ihr Lieben!

Ich melde mich schon wieder, auch wenn mein letzter Eintrag kaum 10 Tage her ist. Aber es ist so viel passiert...

Erstmal zu meinen Gefuehlen: Ich fuehle mich wirklich gut. Viel mehr kann ich dazu im Augenblick garnicht sagen, aber ich beginne, mir meinen eigenen kleinen Platz in der Grossstadt zu schaffen und auch, wenn es nie so sein wird, wie in Sponheim, bin ich jetzt wirklich an dem Punkt angekommen, wo ich sagen kann, dass es die richtige Entscheidung war, hier hinzukommen. Ich habe mich in der Schule schnell eingefunden, knuepfe jeden Tag neue Kontakte und arbeite hart daran, vielleicht bald ein paar richtige Freundschaften zu haben. Ausserdem spuere ich kaum noch was vom EBV, ausser dass ich eben nicht ins Training kann :(. Sobald meine Energie physisch zurueck war, war ich auch wieder psychisch stabiler smile Ich konnte endlich wieder raus, die Stadt erkunden und so viele tolle Dinge endecken:

Am Wochenende haben wir einen letzten Tag auf der Pazazz, dem Boot, verbracht und bei 38 Grad den Spaetsommer voll ausgekostet. Captain Cos und seine Crew

Ich habe mich mit anderen Austauschschuelern Downtown getroffen und bin mit meiner Gastschwester auf naechtlichen Erkundungstouren in der Nachbarschaft umhergezogen.

Ausserdem war ich mit meinen Nachbarn im Gottesdienst und denke darueber nach, ihn regelmaessig zu besuchen. Es gibt eigentlich gar nicht so viele Unterschiede zu unseren Deutschen, ausser, aber das ist hier bei allem so (Vorurteile und Schubladendenken ole- ich breche mit diesem Satz gerade alle in der Schule gerlernte Regeln), dass den Amis die innere Ruhe fehlt. 

Tolle News fuer mich waren diese Woche auch, dass ich eventuell einem deutschen Fastnachtsclub beitreten kann. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich es machen soll, weil ich eben nur ein Jahr hier bin und im Prinzip schon richtig amerikanische Sachen ausprobieren moechte, aber ich liebe die fuenfte Jahreszeit einfachinnocent.

Ansonsten fliegen die Tage jetzt einfach und es ist schon fast Oktober, das bedeutet HALLOWEEN . Ich freue mich so darauf, das wird mein erstes richtig amerikanisches Event.

Ich wuensche euch eine tolle Woche, bald sind Herbstferien in Deutschland !!

Eure Maren

 

 

Diese Gefühle...

18Sept2017

Heute kommt mal ein etwas anderer Blogeintrag: Ich bin leider immer noch krank, meine Mandelentzuendung hat sich als Epstein- Barr Virus entpuppt und das bedeutet fuer mich, dass ich in den naechsten Wochen erstmal auf Sport und alle koerperlich anstrengenden Aktivitaeten verzichten muss. Das war fuer mich ein ganz schoener Rueckschlag, weil ich ja gerade erst mit der Schule und Cross Country angefangen hatte. Jetzt sitze ich also hier, war seit fast zwei Wochen nicht mehr in der Schule und dachte mir, ich koennte die Gelegenheit nutzen, um einfach mal mein Herz auszuschuetten und alles, was mich in den letzten Wochen beschaeftigt hat, aufschreiben. Dass das jetzt nicht gerade positiv ist, tut mir leid, ich hoffe aber, es hilft mir selbst ein bisschen und zeigt vielleicht auch mal die nicht so schönen Seiten eines Auslandsjahres. Wobei ich damit nicht die tollen Erlebnisse der vergangenen sieben Wochen und der Zukunft in den Schatten stellen möchte...

Um mal von ganz vorne anzufangen : Ich wollte ja eigentlich schon fast immer mal in den USA leben und hier auch zur Schule gehen und habe mich das erste Mal auf ein Stipendium beworben, als ich in der achten Klasse war. Im Nachhinein bin ich froh, dass ich damals keins bekommen habe, ich waere keinesfalls bereit dazu gewesen.

Als meine Mama dann letztes  Jahr einen Flyer ueber das PPP- Stipendium mit nach Hause brachte, dachte ich mir nicht wirklich viel dabei und bewarb mich einfach mal, eigentlich aber schon darauf eingestellt, dass das keine weiteren Auswirkungen haben wuerde. Ich glaube das erste Mal etwas intensiver über die Bedeutung eines Lebens woanders nachgedacht habe ich tatsächlich erst, als ich ein dreiviertel Jahr später  (nach mehreren Runden Auswahlverfahren) den Brief mit der Zusage in der Hand hielt. Die Nachricht, dass ich angenommen worden war, haute mich vom Hocker. Ich begann zu weinen und war fest entschlossen, das Stipendium nicht anzunehmen. Doch letzten Endes brachte mich viel gutes Zureden und auch mein eigenes Gewissen wieder auf den richtigen Pfad, denn ich war schon ziemlich abenteuerhungrig und tief in mir drinnen war es auch immer noch mein Traum.

Damit begann Phase eins dieses Auslandsjahres, "das Davor". 

Meine letzten Wochen in Deutschland waren mit die besten meines Lebens. Ich lebte total im Moment und vor allem in meiner eigenen kleinen Traumwelt. Verschwendete nicht wirklich viele Gedanken an Amerika ( nur ab und zu hatte ich kleine Angstausbrueche und Abschiedsschmerz) und auch, wenn da große  Vorfreude auf die Zeit war, die Liebe für mein deutsches Leben war in dem Moment eindeutig größer. Mein einziger Gedanke war immer "ich bin jetzt mal ein Jahr weg, danach komme ich zurück und werde mich verändert haben." Habe aber nie darüber nachgedacht, wieso ich mich verändern würde. Wie dumm...

Phase zwei (das Ankommen): Als ich in Chicago ankam, hatte ich in der ersten Woche das schlimmste Heimweh, das ich je gehabt habe. Ich wachte morgens auf,  heulte erstmal eine halbe Stunde und startete dann in den Tag ( auch, wenn ich das jetzt ein bisschen ins Lächerliche gezogen habe, war es nicht schön). Inzwischen habe ich immer noch Heimweh, aber irgendwie habe ich mich daran gewöhnt, dass ich nie wirklich komplett im Herzen bin und manchmal kleine Dinge oder Kommentare genügen, um mich aus der Fassung zu bringen.

Die dritte Phase verschmolz mit dem Ankommen und begann hauptsächlich mit dem Schulbeginn. Ich nenne sie "das grosse Philosophieren".  

In den Ferien war ich eigentlich nur mit der Gastfamilie unterwegs und außer dem Heimweh hatte ich keine "großen Sorgen" oder Herausforderungen. Am ersten Schultag wurde mir aber direkt klar, dass das mit dem Freunde finden noch weniger Zuckerschlecken wird, als ursprünglich gedacht. Die Masse an Menschen war nicht nur überwältigend, sie bracht mich zum Verzweifeln. Was macht eine richtige Freundschaft aus? Woher weiss man, wer einem gut tut? Ausserdem, und das hat mich wirklich in den Wahnsinn getrieben: Wer bin ich ? Was macht mich als eine Freundin aus oder sogar besonders ? Warum sollte Sich jemand mit mir anfreunden, wo es noch 4499 andere Schüler gibt?

Auslöser waren diese vielen oberflächlichen Bekanntschaften, die Menschenmassen, in denen jeder seinen Platz zu haben schien ausser mir und die "Entwurzelung" aus meinem bekannten Umfeld in Deutschland. Im Vergleich dazu fühle ich mich hier so verdammt allein. Ich merke mehr denn je, dass ich ein Gewohnheitsmensch bin und echt viel Überwindung aufbringen muss, um mir eine Umgebung zu schaffen, in der ich mich wohlfühle und wieder das Positive an dem Auslandsjahr und den Zauber in kleinen Dingen zu sehen. Diese Phase habe ich noch nicht hinter mir gelassen, aber ich denke, es wird mit der Zeit weniger werden. 

Nebenbei ist auch immer der Druck, den ich mir selbst mache, wenn ich mich mit anderen Austauschschülern vergleiche. Ich weiss, dass man das sowieso nicht machen sollte, aber das ist das einzige, was einem einen Anhaltspunkt gibt, wie ein Auslandsjahr abläuft. Anscheinend bin ich die einzige mit Heimweh, die einzige die gewaltige Schwierigkeiten hat...

Im Moment kann ich leider noch nicht zurück in die Schule, ich habe auch Angst davor, wie das alles gehen soll, weil ich immer so erschöpft bin. 

Das Gute an diesen Schwierigkeiten ist, dass ich mir ziemlich sicher bin, dass ich nächstes Jahr schmunzelnd auf diesen Eintrag zurückblicken kann und jetzt weiß, dass es eine Herausforderung ist. Und die machen das Leben schliesslich so aufregend, richtig ? 

Zudem gibt es auch immer noch die guten Phasen, wo ich was richtig Schönes erlebe oder mich verstanden fühle und weiss, dass es der richtige Schritt war, nach Chicago zu kommen. Und immer häufiger überwiegen sie auch.

Ich muss mir übrigens auch noch einen fancy Spitznamen für die Stadt ausdenken, Chicago klingt langsam so abgenutzt. Wenn ihr Ideen habt, könnt ihr sie mir gerne zukommen lassen😁

Cross Country, ein Wochenende in Wisconsin und der erste Schultag

11Sept2017

Hallo ihr Lieben !

Hier kommt nun der versprochene Blogeintrag ueber die vergangenen drei Wochen. smile

Als erstes Cross Country: Vor fast drei Wochen hatte ich mein erstes Training im groessten Sportteam der Schule. Ich liebe Laufen einfach und geniesse es, meine Leidenschaft jetzt immer in Gesellschaft ausfuehren zu koennen. Allerdings ist habe ich auch schnell gemerkt, dass die Amerikaner sehr wettbewerbsorientiert sind und obwohl ich bei meinem ersten Wettkampf (Meet) nicht so schlecht wie anfangs befuerchtet abgeschnitten habe, habe ich gemerkt, dass ich viel lieber zum Spass und fuer meine Ausgeglichenheit laufen gehe. Deswegen, und auch weil ich meine Zeit hier sehr geniessen moechte, habe ich beschlossen, nicht mehr an Wettkaempfen und nur noch an drei statt fuenf Trainingseinheiten pro Woche teilzunehmen. 

Das naechste grosse Ereignis war dann ein Wochenendtrip nach Wisconsin, zu dem ich von einer Local Coordinatorin eingeladen wurde, weil ich Stipendiatin bin. Also wurde ich am Freitag, den 1. September von Amy zu einem Treffpunkt gebracht, um mit den anderen nach Wisconsin zu fahren. Im Auto traf ich auf Julia aus Brasilien und Salma aus Tunesien, mit beiden habe ich mich augenblicklich super verstanden. Als wir endlich angekommen waren, konnten wir sogar noch einen wunderschoenen Sonnenuntergang ueber dem See betrachten, fuer mich von noch groesserer Bedeutung als normalerweise, weil ich als Dorfkind endlich mal wieder in der Natur warlaughing Ich liebe das aufregende Stadtleben, aber manchmal wuensche ich mir einfach, raus in die Weinberge und die weite Stille gehen zu koennen. 

Spaeter trafen dann auch die anderen ein: Amira und Alya aus Indonesien, Adriana aus Brasilien, Taia und Lisa aus der Ukraine und Aia aus Pakistan. Es war einfach eine tolle Gruppe, weil wir, ohne gross Worte zu verlieren, wussten, wie es uns allen geht. Ueber das gesamte Wochenende war es ok, sich mal fuer ein paar Minuten zurueckzuziehen oder seine fuenf Minuten Heimweh zu haben, ich wurde einfach verstanden. 

Aber das war nicht das einzige Tolle, wir haben auch viele schoene Sachen unternommen : Da es Samstag in Stroemen regnete, verbrachten wir den ganzen Vormittag drinnen mit Karten- und Gesellschaftsspielen vor einem gemuetlichen Kaminfeuer. Nachmittags nutzten wir dann eine kleine Regenpause fuer eine Wanderung um den See. international lovekleines Hexenhaus auf der Wanderung Nach der Wanderung zurück an der Hütte Im Anschluss bereitete ich eine deutsche (vegetarische!!) Markloesschensuppe vor, ausserdem gab es Truthahn, den ich nicht probieren konnte und Pumpkin Pie, meine neue Kuchenliebe. Wir waren alle geschafft von dem Tag und machten uns relativ frueh ins Bett.

Am naechsten Morgen weckte uns ein strahlend blauer Himmel und die Sonne- perfekt fuer einen Boottrip auf dem Maidenlake! Neben schwimmen konnten wir Tubing machen, da wird ein aufblasbares Kissen hinter das Boot gebunden und dann mit sehr schneller Geschwindigkeit ueber die Wasseroberflaeche gezogen. Zudem gab es Kanus zum Paddeln. Um 13:30 hatten wir dann schliesslich einen Termin mit einem Native American, Brian. Mit Brian und seiner FrauEr erzaehlte uns von seinem Glauben, dem Leben eines Native American und den Problemen, denen sie heutzutage ausgesetzt sind. Brian hat es wirklich geschafft, mit seiner Hingabe und Leidenschaft, mit denen er gesprochen hat, zu fesseln und am Ende ist kein Auge trocken geblieben. Meine Bitte an euch, mit Brians Worten im Hinterkopf ist, dass ihr eure Familie respektiert, unterstuetzt und wertschaetzt.

Am Montag mussten wir uns dann leider verabschieden. Die Stimmung auf der Heimfahrt war sehr bedrueckt und obwohl wir noch als Aufmunterung an einem Eisladen mitten auf einem Feld hielten, waren alle sehr traurig. Das riesige TrosteisAlleine, dass ich mit den Worten "Auf Wiedersehen, meine kleine deutsche Prinzessin" verabschiedet wurde, bringt jetzt ein kleines Laecheln, aber auch einen Stich in meinem Herzen mit sich.

Als ich wieder in Chicago ankam, musste ich mich dann auf den ersten Schultag vorbereiten, der am Dienstag war. Lane Tech, 4500 Schueler und ich bin jetzt einer von ihnen. SO grosse Menschenmassen, das ist Wahnsinn! Gluecklicherweise bin ich dieses Jahr nicht die einzige Austauschschuelerin und es gibt sogar noch eine andere Deutsche. Mit ihnen habe ich mich vor der ersten Stunde dann getroffen und wir wurden alle in unsere erste Klasse gebracht, nachdem wir unsere Stundenplaene erhalten hatten. Mit meinen Faechern bin ich soweit ganz zufrieden, auch wenn ich jetzt schon weiss, wie langweilig es werden wird, wenn ich die Sprachprobleme, die ich im Moment noch habe, hinter mir gelassen habe. Ich weiss jetzt auch schon, dass meine Lieblingsfaecher Deutsch ( da helfe ich der Lehrerin) und die Chorklasse sind. Ausser der unangenehmen Situation, dass ich auf keiner Klassenliste stand und immer vor dem ganzen Kurs meinen Namen sagen und buchstabieren musste, weil hier niemand meine Namen je gehoert hat, war eine weitere Herausforderung die Mittagspause. Gluecklicherweise hatte ich die gleiche Freistunde wie eine italienische Austauschschuelerin und einer aus Oesterreich- allerdings hatten die ganz andere Vorstellungen und ich war auf mich alleine gestellt. Doch ich fand schnell zwei Maedels, zu denen ich mich setzen und mit denen ich reden konnte.

Das waren so die Geschehnisse des spaeten Augusts und fruehen Septembers... Im Moment bin ich leider schon wieder krank und werde eine bloede Mandelentzuendung nicht los, also passiert nicht vielsealed.

Ich hoffe, euch geht es allen gut und die kuehlen, herbstlichen Temperaturen werfen euchnicht allzusehr aus der Bahn.

Hab euch lieb,

eure Maren

Kurzes Zwischenupdate

05Sept2017

Hier ein kurzes Zwischenupdate: 

Heute hatte ich endlich meinen ersten Schultag. Es war ein sehr langer Tag und ich muss mich nach 10 Wochen (!!!) Ferien erst wieder an sowas gewoehnen. Aber ansonsten ist alles wirklich ganz gut gelaufen und ich bin relativ zufrieden mit meinen Kursen und auch Lehrern. Bis auf meine Mathelehrerin, die wirkt sehr sehr streng, mal schauen.

Ansonsten ist wirklich viel passiert, ich habe vor zwei Wochen mit Cross Country angefangen und trainiere jetzt jeden Wochentag, was wirklich gut tut. Auch mein erstes Meet hatte ich schon, es war wirklich anstrengend und nervenaufreibend, aber am Ende war ich ein bisschen stolz auf mich selbst .laughing

Ausserdem war ich ueber Labor Day Weekend campen mit anderen Stipendiaten aus der ganzen Welt, das war ein unglaublich schoenes Erlebnis und ich kann es kaum erwarten, die Leute wiederzusehen.

Wenn ich mal mehr Zeit habe, vielleicht am Wochenende, werde ich auch noch genauere Berichte schreiben und auch ein paar Fotos hochladen.

Macht es bis dahin gut und passt auf euch auf

Eure Maren 

3 Wochen Amerika

23Aug2017

Hallo ihr Lieben!

Ich melde mich wieder aus dem heissen Chicago- ehrlich, es ist soo warm hier, anscheinend ist der Sommer Ende August in seiner Hochphase... 

Jetzt bin ich schon drei Wochen hier, es kommt mir aber bereits viel laenger vor. Wir haben immer noch Ferien und unternehmen viel mit der Familie. Dadurch habe ich echt schon viel gesehen und erlebt: Viele Stunden haben wir auf dem Segeleboot meiner Gastfamilie verbracht, waren in Downtown Chicago, haben einen Surfboardkurs gemacht, waren viel unterwegs einkaufen, erledigen uns so weiter, im Zoo, hatten viel Besuch von Nachbarn, Verwandten und Freunden oder haben sie besucht...

Das alles macht wirklich Spass und ich bin sehr dankbar, dass die Lallas mich daran teilhaben lassen!

Sonnenuntergang über Chicago Mit Claire (Freundin der Familie) auf dem Boot Ich, Aidan und Peyton Nach dem Surfboardkurs... war ganz schön anstrengend! Meine amerikanische Familie ( Aidan fehlt) 

So langsam spielt sich aber auch alles ein und jeder aus der Familie geht nach und nach wieder zu seinem normalen Arbeits-/ Ferienalltag ueber. Ausserdem ist meine aelteste Gastschwester Zoe seit Sonntag wieder in Boston im College und sie fehlt mir sehr. Das alles bedeutet fuer mich, dass ich viel Zeit alleine bin und mich versuche, irgendwie zu beschaeftigen, richtige Freunde habe ich noch keine gefunden, vor allem, nachdem die Franzosen jetzt gestern wieder nach Hause geflogen sind. Also gehe ich viel mit dem Hund spazieren, mache Sport, male, lese, pflege saemtliche Tagebuecher seehr sorgfaeltig (Gruesse an Annika und Gernot) und gammle. 

Ihr koennt euch nicht vorstellen, wie sehr ich mich auf die Schule freue und darauf, eine sinnvolle Aufgabe zu haben. Vorgestern war ich auch schon mal mit Aidan und Peyton im Gebaeude- fuer die Auftaktveranstaltung der neuen 9.Klaessler. Das war vielleicht ueberwaeltigend! Lane ist kein Vergleich zu unserem kleinen suessen Stama mit seinen 800 Schuelern. Die werde ich alleine in meinem Jahrgang haben... Und das ist auch meine grosse Sorge: Bei so vielen jungen, lauten Amerikanern mit meiner ja dann doch eher stillen Art schlichtweg unterzugehensealed Gleichzeitig sehe ich es aber auch als eine schoene Herausforderung, an der ich nichts als wachsen kann. Wahrscheinlich wird es mich ein paar Monate kosten, einen wirklich soliden Freundeskreis zu bilden, aber ich denke, ich bekomme das auf jeden Fall hin. Und zur Not habe ich ja auch noch Aidan, die es liebt, mich ueberall mit hinzunehmen und ihren Freunden vorzustellen...smile

Und bis der ganze Wahnsinn in zwei Wochen dann endlich startet, haben wir noch ein paar schoene Sachen geplant: Wir wollen auf jeden Fall noch zum Strand, zum Navy Pier, Aidan und ich werden ueber ein Wochenende mit ihren Freunden in ein Haus fahren und dann sind da auch immer noch die Trips zum Boot...

Zum Schluss noch etwas zu meiner Gefuehlslage: Ich denke, die anfaengliche Heimwehphase habe ich jetzt so gut wie hinter mir gelassen, ich fange an, mich richtig wohl zu fuehlen. Trotzdem denke ich natuerlich jeden Tag an Deutschland und alle(s), die/was ich dort liebe. Man bekommt so ein gutes Gespuer fuer die Dinge, die man viel mehr wertschaetzen sollte. Fuer mich merke ich jetzt, wie sehr ich Manches an der deutschen Mentalitaet und dem deutschen Lebensstil liebe, auf der anderen Seite sehe ich hier Verhaltensweisen, von denen sich manch ein Deutscher nicht nur eine Scheibe abschneiden koennte. Das ist ein Teil, den ich schon jetzt so toll finde an meinem Auslandsjahr: Man bekommt quasi zwei Kulturen mit, kann sich beide genau anschauen und sich das, was einem am besten gefaellt aussuchen und ein bisschen an seinem Charakter rumbastelninnocent

Wie ihr wahrschinlich merkt, ist das alles eine ziemliche Gefuehlsachterbahn, bei der man nie so richtig weiss, wohin sie einen als naechstes schickt. Das einzige, was man weiss, ist dass es am Ende richtig ist.

Ich wuensche euch allen eine tolle Woche, fuehlt euch gedrueckt,

Eure Maren

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