Cross Country, ein Wochenende in Wisconsin und der erste Schultag

11Sept2017

Hallo ihr Lieben !

Hier kommt nun der versprochene Blogeintrag ueber die vergangenen drei Wochen. smile

Als erstes Cross Country: Vor fast drei Wochen hatte ich mein erstes Training im groessten Sportteam der Schule. Ich liebe Laufen einfach und geniesse es, meine Leidenschaft jetzt immer in Gesellschaft ausfuehren zu koennen. Allerdings ist habe ich auch schnell gemerkt, dass die Amerikaner sehr wettbewerbsorientiert sind und obwohl ich bei meinem ersten Wettkampf (Meet) nicht so schlecht wie anfangs befuerchtet abgeschnitten habe, habe ich gemerkt, dass ich viel lieber zum Spass und fuer meine Ausgeglichenheit laufen gehe. Deswegen, und auch weil ich meine Zeit hier sehr geniessen moechte, habe ich beschlossen, nicht mehr an Wettkaempfen und nur noch an drei statt fuenf Trainingseinheiten pro Woche teilzunehmen. 

Das naechste grosse Ereignis war dann ein Wochenendtrip nach Wisconsin, zu dem ich von einer Local Coordinatorin eingeladen wurde, weil ich Stipendiatin bin. Also wurde ich am Freitag, den 1. September von Amy zu einem Treffpunkt gebracht, um mit den anderen nach Wisconsin zu fahren. Im Auto traf ich auf Julia aus Brasilien und Salma aus Tunesien, mit beiden habe ich mich augenblicklich super verstanden. Als wir endlich angekommen waren, konnten wir sogar noch einen wunderschoenen Sonnenuntergang ueber dem See betrachten, fuer mich von noch groesserer Bedeutung als normalerweise, weil ich als Dorfkind endlich mal wieder in der Natur warlaughing Ich liebe das aufregende Stadtleben, aber manchmal wuensche ich mir einfach, raus in die Weinberge und die weite Stille gehen zu koennen. 

Spaeter trafen dann auch die anderen ein: Amira und Alya aus Indonesien, Adriana aus Brasilien, Taia und Lisa aus der Ukraine und Aia aus Pakistan. Es war einfach eine tolle Gruppe, weil wir, ohne gross Worte zu verlieren, wussten, wie es uns allen geht. Ueber das gesamte Wochenende war es ok, sich mal fuer ein paar Minuten zurueckzuziehen oder seine fuenf Minuten Heimweh zu haben, ich wurde einfach verstanden. 

Aber das war nicht das einzige Tolle, wir haben auch viele schoene Sachen unternommen : Da es Samstag in Stroemen regnete, verbrachten wir den ganzen Vormittag drinnen mit Karten- und Gesellschaftsspielen vor einem gemuetlichen Kaminfeuer. Nachmittags nutzten wir dann eine kleine Regenpause fuer eine Wanderung um den See. international lovekleines Hexenhaus auf der Wanderung Nach der Wanderung zurück an der Hütte Im Anschluss bereitete ich eine deutsche (vegetarische!!) Markloesschensuppe vor, ausserdem gab es Truthahn, den ich nicht probieren konnte und Pumpkin Pie, meine neue Kuchenliebe. Wir waren alle geschafft von dem Tag und machten uns relativ frueh ins Bett.

Am naechsten Morgen weckte uns ein strahlend blauer Himmel und die Sonne- perfekt fuer einen Boottrip auf dem Maidenlake! Neben schwimmen konnten wir Tubing machen, da wird ein aufblasbares Kissen hinter das Boot gebunden und dann mit sehr schneller Geschwindigkeit ueber die Wasseroberflaeche gezogen. Zudem gab es Kanus zum Paddeln. Um 13:30 hatten wir dann schliesslich einen Termin mit einem Native American, Brian. Mit Brian und seiner FrauEr erzaehlte uns von seinem Glauben, dem Leben eines Native American und den Problemen, denen sie heutzutage ausgesetzt sind. Brian hat es wirklich geschafft, mit seiner Hingabe und Leidenschaft, mit denen er gesprochen hat, zu fesseln und am Ende ist kein Auge trocken geblieben. Meine Bitte an euch, mit Brians Worten im Hinterkopf ist, dass ihr eure Familie respektiert, unterstuetzt und wertschaetzt.

Am Montag mussten wir uns dann leider verabschieden. Die Stimmung auf der Heimfahrt war sehr bedrueckt und obwohl wir noch als Aufmunterung an einem Eisladen mitten auf einem Feld hielten, waren alle sehr traurig. Das riesige TrosteisAlleine, dass ich mit den Worten "Auf Wiedersehen, meine kleine deutsche Prinzessin" verabschiedet wurde, bringt jetzt ein kleines Laecheln, aber auch einen Stich in meinem Herzen mit sich.

Als ich wieder in Chicago ankam, musste ich mich dann auf den ersten Schultag vorbereiten, der am Dienstag war. Lane Tech, 4500 Schueler und ich bin jetzt einer von ihnen. SO grosse Menschenmassen, das ist Wahnsinn! Gluecklicherweise bin ich dieses Jahr nicht die einzige Austauschschuelerin und es gibt sogar noch eine andere Deutsche. Mit ihnen habe ich mich vor der ersten Stunde dann getroffen und wir wurden alle in unsere erste Klasse gebracht, nachdem wir unsere Stundenplaene erhalten hatten. Mit meinen Faechern bin ich soweit ganz zufrieden, auch wenn ich jetzt schon weiss, wie langweilig es werden wird, wenn ich die Sprachprobleme, die ich im Moment noch habe, hinter mir gelassen habe. Ich weiss jetzt auch schon, dass meine Lieblingsfaecher Deutsch ( da helfe ich der Lehrerin) und die Chorklasse sind. Ausser der unangenehmen Situation, dass ich auf keiner Klassenliste stand und immer vor dem ganzen Kurs meinen Namen sagen und buchstabieren musste, weil hier niemand meine Namen je gehoert hat, war eine weitere Herausforderung die Mittagspause. Gluecklicherweise hatte ich die gleiche Freistunde wie eine italienische Austauschschuelerin und einer aus Oesterreich- allerdings hatten die ganz andere Vorstellungen und ich war auf mich alleine gestellt. Doch ich fand schnell zwei Maedels, zu denen ich mich setzen und mit denen ich reden konnte.

Das waren so die Geschehnisse des spaeten Augusts und fruehen Septembers... Im Moment bin ich leider schon wieder krank und werde eine bloede Mandelentzuendung nicht los, also passiert nicht vielsealed.

Ich hoffe, euch geht es allen gut und die kuehlen, herbstlichen Temperaturen werfen euchnicht allzusehr aus der Bahn.

Hab euch lieb,

eure Maren